NZZ – Es fährt ein Lastwagen durch Nirgendwo

Georgien und Russland wollen mithilfe von Schweizer Vermittlung neue Grenzübergänge öffnen – durch die abtrünnigen georgischen Gebiete Abchasien und Südossetien. Ein diplomatischer Balanceakt.

Seit bald zehn Jahren bewegt sich wenig im Konflikt um die selbsternannten kaukasischen Zwergstaaten Südossetien und Abchasien. Mitte Dezember ging in Genf auch die 42. Konsultationsrunde über Sicherheit und Stabilität im Südkaukasus ergebnislos zu Ende. Neben Georgien und Russland nehmen daran Vertreter der abtrünnigen Gebiete teil, die Uno, die EU, die OSZE und die USA. Die Gräben sind unüberwindlich. Georgien weigert sich, die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien zu anerkennen und mit deren Vertretern Abkommen zu schliessen. Allenfalls würde Tbilissi eine Vereinbarung über die Nichtanwendung von Gewalt mit Russland unterschreiben.

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NZZ – Australien eckt mit seiner Kritik an Chinas Entwicklungshilfe im Südpazifik an

Australiens Regierung kritisiert Chinas Entwicklungshilfeprogramm in der Südsee. Das lassen weder Peking noch die Empfängerländer auf sich sitzen.

Die Kritik ist sehr direkt: China baue in der Südsee Strassen ins Nichts. Und die Entwicklungshilfegelder in Form von Darlehen, die Peking den kleinen Inselnationen gewähre, führten vor allem dazu, dass diese sich übermässig verschuldeten. Die Kritik kommt nicht von einer Nichtregierungsorganisation oder einer internationalen Organisation, sondern von Concetta Fierravanti-Wells. Die australische Ministerin ist zuständig für Entwicklungshilfe und den Pazifik. Peking hat auf die Vorwürfe entrüstet reagiert und offiziell dagegen protestiert.

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WEF – Entrepreneurship : Is the era of management over?

„The key to management is to get rid of the managers,“ advised Ricardo Semler, whose TED Talk went viral, introducing terms such as “industrial democracy” and “corporate re-engineering”. It’s important to point out that Mr. Semler isn’t an academic or an expert in management theory, he is the CEO of a successful industrial company. His views are unlikely to represent mainstream thinking on organizational design. But perhaps it is time we redefine the term “manager”, and question whether the idea of “management” as it was inherited from the industrial era, has outlived its usefulness. ​​

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TagesAnzeiger – Das bietet die ‚Republik‘ : Das lange und laut angekündigte Onlinemagazin ist gestartet

Nun also ist «Republik» da, das Onlinemagazin für Abonnenten, das nach dem Willen der Macher den Journalismus retten soll und ein bisschen die Welt gleich mit.

Als hätten Sie es nicht erwarten können: Statt am Montag ist die «Republik» schon am Sonntag an den Start gegangen. Eine Sturzgeburt war es nicht; die ersten Artikel machten durchaus den Eindruck, dass die Autoren viel Zeit zum Ausbrüten hatten. Die hatten sie in der Tat, viele Monate Zeit; die Ungeduld der Leserinvestoren wurde durch ein effektives, von Selbstbeweihräucherung nicht freies Marketing geschürt, bei manchem bis zum Unmut («jetzt sollen sie endlich mal loslegen»).

Das muss jeden freuen, der vom Journalismus zuallererst Textqualität erwartet. Es stellt sich aber auch die Frage, ob einem Onlinemedium nicht mehr abzugewinnen ist als die endlose Aufnahmekapazität für Buchstaben – dass eine Zeitungsseite einmal voll ist, muss einer wie Seibt geradezu als Beleidigung empfinden. Diese Endlosigkeit mag für Autoren herrlich sein, das Lesepublikum (zumal wenn es am Handy liest) wird möglicherweise oft entnervt aussteigen. Die einzige originäre und originelle Onlineform ist der Audio-Foto-Essay von Dominic Nahr, der ohne geschriebenen Text auskommt.

Ein erstes Fazit: Bei der «Republik» schreiben kluge Leute kluge Dinge, ein bisschen ähnlich, ein bisschen eng im thematischen Fokus. Ein paar kürzere Formen, auch mal aus anderen Denkecken, täten dem neuen Konkurrenten gut. Aber es ist ja erst der Anfang. Noch warten etliche «Republikaner» darauf, ihre lang ausgebrüteten Geschichten endlich zur Welt zu bringen.

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SRF – Jean-Claude Bastos und das Wunder von Angola (Sendung)

Vor der Publikation der sogenannten «Paradise Papers» kannte ihn kaum einer, plötzlich war er in aller Munde: Der Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos, der den milliardenschweren Staatsfonds Angolas verwaltet. «Reporter» hat ihn in Luanda besucht.

«Ich bin immer noch perplex», sagt Jean-Claude Bastos – und meint damit die Tatsache, dass er quasi über Nacht national bekannt wurde durch die sogenannten «Paradise Papers». Dabei handelt es sich um ein Konvolut von ursprünglich vertraulichen Unterlagen, die den Medien zugespielt wurden. Sie zeigen anhand von tausenden von Fällen, wie Reiche und Superreiche weltweit Steuervermeidung und Steuerhinterziehung betreiben. In den geleakten Unterlagen finden sich Datensätze zu mehr als 120 Staats- und Regierungschefs und Politikern aus 47 Ländern, darunter die britische Königin Elisabeth II. – und der bis dahin weitgehend unbekannte Jean-Claude Bastos.

Bastos wurde 1967 in Freiburg geboren. Seine Mutter kam aus einer Uhrmacherfamilie in Welschenrohr. Sein Vater war aus Angola zum Studieren in die Schweiz gekommen. Während der Mittelschule wollte Bastos eigentlich Musiker werden; dem Vater schwebte aber etwas Nützliches vor. So studierte er Betriebswirtschaft – und entdeckte schnell, dass er unternehmerisches Talent hatte. Heute fliegt er in einem Privatjet um die Welt und verwaltet den milliardenschweren Staatsfonds Angolas.

Reporter Simon Christen hat Bastos in der angolanischen Hauptstadt Luanda besucht. Er wolle mithelfen, Afrikas gewaltiges Potenzial zu entfesseln, sagt Bastos. Er sehe sich als Visionär, als Macher, der etwas bewege. Das Bild, das die Medien von ihm gezeichnet haben, ist für ihn «Chabis»: «Die haben keine Ahnung von der Realität hier in Afrika.»

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irin – Ten humanitarian crises to look out for in 2018

From the Rohingya to South Sudan, hurricanes to famine, 2017 was full of disasters and crises. But 2018 is shaping up to be even worse. Here’s why.

The UN has appealed for record levels of funding to help those whose lives have been torn apart, but the gap between the funding needs and the funding available continues to grow.

And what makes the outlook especially bad for 2018 is that the political will needed to resolve conflicts, welcome refugees, and address climate change also appears to be waning. What a difference a year, a new US president, and a German election make.

Here’s our insider take on 10 crises that will shape the humanitarian agenda in 2018…

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NZZ – Wie Personalvermittler auf Linkedin und Xing nach Talenten suchen

Personalvermittler und Unternehmen spüren mit immer ausgefeilteren Methoden gefragte Fachkräfte auf. Sie setzen dabei vor allem auf Algorithmen und soziale Netzwerke.

«Wir wissen schon vor dem Kandidaten, dass er den Job haben will», sagt Alistair Cox, Chef von Hays. Der auf die Vermittlung von Fachkräften spezialisierte britische Personaldienstleister setzt bei der Talentsuche auf künstliche Intelligenz. Damit werden nicht nur mögliche Kandidaten selektioniert, sondern Hays erfährt auch viel über deren Verhalten im Internet und ihre latente Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln.

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